Tasca Tierras del Sur

Tasca Tierras del Sur

Lecker Essen, gute Weine und die Zeit vergessen - einfach genießen

Die Tasca Tierras del Sur ist einer der Gründe, warum ich so gerne zum Klettern nach Teneriffa reise. Und ja, mir ist klar, dass die Tasca ein Restaurant und kein Fels ist, doch das kulinarische Genießen ist für mich integraler Bestandteil der Kletterreisefreude.

In unserem ersten Kletterurlaub 2014 auf Teneriffa sind wir eher zufällig über die Tasca gestolpert. Wir wohnten mit Freunden in San Miguel und Tripadvisor warf die Tasca als das beste Restaurant der Insel auf. (Ich schaue immer wieder bei Tripadvisor nach, die Spitzenplatzvergabe ist schnelllebig, aber sie schaffen es konsequent unter den Top 10 zu sein – für die gesamte Insel.)

Ein Blick auf die Karte verdeutlichte, es liegt quasi um die Ecke. Unsere Freunde essen genauso gerne wie wir und so buchten wir direkt einen Tisch.

Dort angekommen fragten wir uns erst, ob wir uns verfahren hätten. Doch lasst euch nicht von der schnörkellosen Fassade und der Lage in der Seitenstraße ablenken – ihr seid hier richtig. Einfach die Tür aufmachen, die gemütliche Atmosphäre einatmen, den freien Willen abgeben und den Abend genießen.

Die Tasca Tierras del Sur wird von Astrid und Victor betrieben – sie ist die Küchenchefin und kreiert neben der üblichen Karte immer wieder Besonderes und er ist der Gastgeber am Tisch.

Astrid ist Deutsche, lebt aber seit 25 Jahren auf der Insel. Damit ist sichergestellt, dass die deutsche Karte keine Übersetzungsüberraschungen bietet. Victor ist Spanier und sprachlich sehr flexibel. Wer kein Spanisch spricht kann auch auf Deutsch oder Englisch bestellen.

Was ist das Besondere an der Tasca Tierras del Sur?

Grundsätzlich ist gut Essen in vielen Restaurants auf Teneriffa möglich, doch die Tasca sticht heraus. Es beginnt mit der Atmosphäre: Nach der Begrüßung durch Victor führt er die Gäste an den Tisch. Diese sind so arrangiert, dass sie genug Privatsphäre bieten und die Tasca trotzdem nicht leer aussieht.

Ich weiß nicht genau, was in diesem Mikrokosmos passiert, auf dem Weg zum Tisch ist ganz nebenbei der freie Wille verloren gegangen. Irgendwie beherrscht Victor die Kunst der Entschleunigung.Restaurant Tasca Tierras del Sur

Zur Einstimmung gibt es ein Glas Cava und Victor nimmt sich für jeden Tisch viel Zeit, um in Ruhe alles zu erklären und mit den Gästen die richtige Essensauswahl zu treffen. Dabei schafft er es, jedem Gast das Gefühl zu geben, gerade der Lieblingsgast zu sein.

Die Auswahl an Weinen von der Insel (und auch anderen) ist hervorragend und auch hier werden wir jedes Mal gut beraten. Auf unsere Aussage „einen roten Wein von der Insel“ bringt Victor fünf Flaschen und erklärt uns leidenschaftlich die Unterschiede.

Weinflaschen bestimmen auch die Dekoration. Auf dem Tresen sind die angebotenen Weine zu sehen und im Eingangsbereich werden leere Flaschen als atmosphärische Leuchten eingesetzt. Holz steht bei den Möbeln im Vordergrund und diese werden ergänzt durch schönes Geschirr. An den Wänden hängen Fotos von Teneriffa.

Das Essen in der Tasca Tierras del Sur

Das Ambiente ist besonders, es wäre aber nichts, wenn das Essen nicht passen würde. Alle Gerichte werden nach und nach in die Mitte des Tisches gestellt und gemeinsames Genießen ist angesagt.

Auf Astrids Karte sind neben Klassikern der Tapasküche, wie beispielsweise Knoblauchgarnelen, Datteln im Speckmantel oder Piementos de Padron, außergewöhnliche Alternativen zu finden. Um nur zwei meiner Favoriten zu nennen: frittierte Ziegenkäsebällchen mit karamellisierten Zwiebeln und Garnelensticks mit Kokos umhüllt mit Mango-Maracuja-Soße.

Die Qualität des Essens ist über die Jahre stabil hoch und wir freuen uns immer, die Tagesbesonderheiten – in jedem Urlaub zaubert Astrid etwas Neues – zu probieren. Aus norddeutscher Sicht sind die Preise moderat, für die Insel liegen sie sicherlich im mittleren bis gehobenen Segment – was für uns mit Blick auf Qualität und Atmosphäre passt.

Und sonst?

Irgendwann kommt bei jedem Besuch die Frage, wie spät ist es eigentlich und was soll ich sagen, ohne es zu merken ist es immer später als gedacht. Gemütliches Verweilen braucht einfach seine Zeit.

Die Tasca liegt fernab der Touristenströme, etwas im Hinterland und ist schon lange kein Geheimtipp mehr. Trotzdem werden die Stammgäste wiedererkannt – auch wenn sie nur einmal im Jahr vorbeikommen. Wobei, wenn wir auf der Insel sind, essen wir immer mehrmals in der Tasca.

Dort anzukommen fühlt sich immer ein bisschen wie nach Hause kommen an. Es ist schön, ein Stammlokal in der Ferne zu haben.

Auch wenn es keine Kleiderordnung gibt, ich denke aus meinen Schilderungen wird klar, es ist kein Restaurant in das Kletterer direkt vom Fels einkehren, um schnell den Hunger zu stillen. Viel eher kann hier das Abknipsen eines Projekts, der Beginn oder das Ende des Kletterurlaubs gefeiert werden.

Ich weiß nicht, ob sie für diese Anlässe eine besondere Tischdeko haben, aber an unseren Hochzeitstag wurden wir am Abend mit einen liebevoll dekorierten Tisch empfangen.

Ein letzter Tipp für Weinliebhaber: Wir wohnen bei unseren Kletterurlauben immer in El Medano – von dort ist es möglich, mit dem Bus nach Granadilla zu fahren.

Die Tasca – Ankommen – Verweilen - Wiederkommen

Wir kommen sicherlich bei unserem nächsten Teneriffa-Urlaub wieder vorbei und ich freue mich schon jetzt darauf!

Den Link zur Tasca Tierras del Sur findest du hier.

Auch Astrid und Victor in der Tasca Tierras des Sur sind von der Corona-Krise betroffen. Sie mussten ihr Restaurant schließen. Ich hoffe sehr, sie halten durch und ich kann bei meinem nächsten Besuch ihre Gastfreundschaft genießen.

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