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Sympathische Weingüter – Domaine Eric Barnel

Wunderbar unaufgeregt kommt das Weingut Domaine Eric Barnel daher und das ist es, was es ausgesprochen sympathisch macht. Die Domaine Eric Barnel gehört zur Region Valréas und der Weißwein ist teurer als der Rotwein. Ein Phänomen, das ich in dieser Region zum ersten Mal beobachtet habe. Und tatsächlich sprach mich der Weißwein stärker an als der Rotwein. Das war unabhängig vom Preis der Fall, denn den habe ich erst im Nachhinein erfahren. Wir bewegen uns übrigens im Segment der 7 bis 10 Euro Weine.

Die Domaine Eric Barnel war wieder einmal ein Zufallsfund. Beim Autofahren sind wir immer auf der Suche nach sympathischen Weingütern mit ansprechenden Weinen. Also halten wir die Augen offen nach besonderen Schildern am Straßenrand. Schilder von Weingütern, die uns irgendwie ansprechen, die irgendwie besonders sind. Solche, die einfach unsere Aufmerksamkeit erregen und uns dazu verleiten, von der Straße auf das Weingut abzubiegen.

Wir brauchen Wein für so manchen Abend auf der Terrasse der Ferienwohnung während des Kletterurlaubs und natürlich auch Wein für zuhause. Wein, um den Abend gemütlich zu begehen und die Klettererlebnisse des Tages noch einmal wachzurufen und Wein, um die Erinnerung an die gute Zeit in der Provence wach zu halten. Die Vorfreude auf den nächsten Urlaub kommt dann von ganz allein.

Gerade jetzt bin ich froh, dass unser Weinkeller noch einiges zu bieten hat, nachdem wir im letzten Jahr, im besonderen Jahr 2020 leider nicht hinfahren konnten.

Die Aufmerksamkeit des Eric Barnel ...

Das Weingut Eric Barnel macht nur mit einem kleinen, recht unscheinbaren Schild – fast bin ich bemüßigt Schildchen zu schreiben – auf sich aufmerksam. Fast so, als wenn es gar nicht als Einladung verstanden werden will. Oder sollen gar nur Eingeweihte den Hinweis für die Einfahrt erhalten?

Auf jeden Fall erregte dieses Schild nach einem langen Klettertag in der Gegend von Valréas meine Aufmerksamkeit. Es sprach mich einfach an und da sich Achim beim Thema Wein-kaufen nie lange bitten lässt und er gerade am Steuer saß, blinkte er auf meine freundliche Aufforderung hin, bog ab und fuhr die Zufahrt Richtung Haus.

Die Tür des Nebenhauses ging bereits auf, kaum stand unser Auto. Ein älterer Herr kam gestützt auf einen Gehstock heraus. Nur einen kurzen Moment später öffnete sich die Tür des Haupthauses ebenfalls und eine Madame ähnlichen Alters lugte um die Ecke.

Es folgte, was wir schon so oft beobachtet haben. Die Winzer schauen interessiert auf das Auto und vor allem das Kennzeichen. Dann wird tief luftgeholt, gelächelt und die Hoffnung, es möge gutgehen, ist ihnen ins Gesicht geschrieben.

Freundlich sage ich, « bonjour Monsieur, je voudrais acheter du vin ». Sein Lächeln wurde breiter und wir wurden heran gewunken. Es ging durch die Tür, über einen kleinen Hof in die dahinterliegende Cave zur Degustation.

Ich entschuldigte unser etwas ungepflegtes Äußeres und erklärte ihm, wir kämen gerade vom Klettern. Meine Erfahrung ist, ich kann besser Reden als Fragen beantworten also erzähle ich gerne etwas ungefragt, dann fallen meine Sprachmängel nicht so auf.

Aufenthalt auf der Domaine Eric Barnel

Wir durften den weißen und den roten Wein probieren. Beide sprachen uns an, doch der Weißwein war für die Region unerwartet leckerer. Fast hätten wir den gar nicht probiert, da wir dort stark auf Rotwein und Rosé fokussiert sind.Genießen sympathische Weingüter Eric Barnel mit KlettersachenEr erzählte uns etwas zu den Weinen und wir nickten, obwohl wir sicherlich nur ein Drittel verstanden. Die Atmosphäre war ausgesprochen angenehm und die Madame lugte mittlerweile ebenfalls durch die Tür der Cave. Auf meine Frage, ob er Eric Barnel sei, erfuhren wir, dass nicht er sondern sein Sohn der Eric sei. Der sei gerade im Wein.

Wir entschieden uns für je eine Kiste Rot- und Weißwein. Der ältere Herr winkte seine Frau heran. Sie solle uns die Kisten ins Auto tragen, da er wegen seiner Geheinschränkung dies nicht tun könne. Ich konnte die beiden kaum davon abhalten. Natürlich haben wir diese Aufgabe selbst übernommen, da wäre ich mir schon komisch vorgekommen.

Der Wein war im Auto verstaut, die Rechnung beglichen und wir standen gerade zum Verabschieden im Hof, da kam Eric Barnel dazu. Bestimmt haben wir uns dann noch eine Viertelstunde über die Region, den Wein, das Klettern und die Weindegustationen in der Region im Allgemeinen unterhalten. Madame und Monsieur verfolgten dieses Gespräch aufmerksam.

Mit ein wenig Französisch und viel Händen und Füßen auf unserer Seite und viel Bemühen, uns zu verstehen und sich verständlich zu machen auf der anderen Seite, funktionierte das Gespräch ganz wunderbar.

Die hohe Aufmerksamkeit, was sich auch darin zeigte, uns ganz schnell zu begrüßen, kaum dass wir angehalten hatten. Leckere, bezahlbare Weine und alles in allem eine sehr angenehme Atmosphäre, sie uns einfach willkommen hieß, runden es ab.

Und etwas, was wir schon ein paar Mal erlebt haben – Interesse an uns und dem Austausch nachdem wir bereits Wein gekauft haben. Man könnte davon ausgehen, da endet das Interesse. Nach der Transaktion – Wein gegen Geld – dürfen die Wein-Käufer verschwinden, doch trafen wir auf südfranzösische Gelassenheit und Freude am Austausch.

Das kleine aber feine Weingut Eric Barnel hat uns sicherlich nicht das letzte Mal gesehen. Es ist einfach schön, sich so willkommen zu fühlen.

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