Griechische Sonne – Klettern auf der Argolis bis 6a+
Klettern auf der Argolis verbinde ich mit Schildkröten, die den Zustieg kreuzen, leckerem Essen in gemütlicher Atmosphäre und natürlich Sea, Rock and Sun – das waren auch die ausschlaggebenden Gründe, warum wir im November 2019 das erste Mal auf die Argolis gereist sind. Und sie haben uns noch weitere Male angelockt.
Seitdem ich Achim kenne, schwärmte er mir von seinem Peleponnes-Segeltrip vor. In den 80er Jahren hat es ihn dahin verschlagen und wollte unbedingt wieder hin. Einem schönen Urlaubsziel stehe ich niemals abneigend gegenüber, doch irgendwie ergab es sich vor 2019 nicht.
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Dann fingen wir gemeinsam das Klettern an und es war Kalymnos, wo wir unsere ersten griechischen Klettermeter machten. Das war zu einer Zeit, in der die rauen Kletterfelsen noch fußläufig erreichbar waren. Klettern in Griechenland hinterließ bei uns beiden einen guten Eindruck.
Von daher wurden wir schnell hellhörig, als wir erstmals etwas über das Klettern auf der Argolis hörten. Viel Gutes war das: Schöne Routen mit guter Absicherung und das Drumherum sei ebenfalls nicht zu verachten. Weitere Informationen zu den einzelnen Klettergebieten fanden ihren Weg in unser E-Mail-Fach.
Doch wirklich ernsthaft wurde die Auseinandersetzung erst mit der Veröffentlichung des Kletterführers im Jahr 2017.
Schon häufiger kletterten wir in der Vergangenheit ohne Kletterführer. Das geht durchaus, doch mit ist irgendwie einfacher. Die Zustiege, sind meistens besser zu finden und auch die Orientierung am Fels und die Routenverläufe, sind klarer zu erkennen.
Klettern auf der Argolis – Rahmenbedingungen
Die Argolis ist der Daumen der Peleponneshand und lässt sich deswegen auf der Karte schnell finden. Mit seinen über 500 Routen, die einen Schwerpunkt auf gemäßigte Grade legen, ist das Gebiet wunderbar geeignet für Kletterer, die bis 6a+ unterwegs sind.
Fast alle Routen sind sportklettermäßig abgesichert, doch auch einige wenige Trad-Wege finden sich. Deswegen reist dort aber vermutlich niemand hin. Vielmehr genossen wir es beim Packen, die sonst üblichen Keile und Friends zu Hause lassen zu können. Dafür lieber zwei Exen mehr in den Rucksack werfen und sich auf die guter Absicherung freuen. Mit einem 70-Meter-Seil sowie 14 Exen solltest du zum Klettern auf der Argolis gut ausgerüstet sein.
Der Argolis-Kletterführer von Hans und Jeanette Weninger aus dem Geoquest Verlag ist die Lektüre der Wahl. Es lassen sich nicht nur alle Routen damit eindeutig identifizieren, auch die Zufahrten und –stiege sind super beschrieben. Und auch die Geschichte des Kletterns auf der Argolis wird erläutert. Tipps für Pausentage gibt es kostenfrei dazu.
Wichtig für den Kletterspaß ist der Hinweis der Autoren, dass die Absicherung nicht südfranzösisch, doch ausreichend sei. Gerade im Einstiegsbereich seien die Hakenabstände eher enger und im oberen Bereich der Routen dafür etwas luftiger. Ich muss gestehen, dass ist mir beim Klettern so nicht aufgefallen. Es waren für meinen Geschmack immer ausreichend, sicher aussehende Haken zu finden.
Vielleicht ist das unserer norddeutschen Kletterheimat geschuldet, die nicht für ihre Übersicherung bekannt ist. Auf jeden Fall haben wir in den von uns gekletterten Routen nie mobile Sicherungsgeräte am Gurt vermisst.
Eine weitere interessante Informationsquelle ist https://olympusmountaineering.com/ Hier finden sich aktuelle Informationen, Udates zu Klettergebieten sowie Topos für Mehrseillängen.
Es lohnt sich, beide Kletterführer zu haben, da sie die Routen teils unterschiedlich bewerten.
Dank der Lage lässt sich das Klettern auf der Argolis ganz prima mit Baden verbinden. Meist in der Reihenfolge, erst Klettern und dann Baden, aber das ist natürlich einem jeden selbst überlassen. Natürlich ist das von der Jahreszeit abhängig. Wir waren immer im Herbst in der Zeit Ende Oktober bis Mitte/Ende November dort und fast jeden Tag baden. Vielleicht hatten wir einfach Glück.
Für das Erreichen der Klettergebiete vor Ort braucht es ein Auto. Da die meisten vermutlich wie wir nach Athen fliegen und von dort mit dem Mietwagen weiterreisen, ist das Thema schnell abgehakt.

Unterkunft
Beim ersten Mal hatten wir uns nur in Nafplio Quartier bezogen. Nafplio ist die Provinzhauptstadt und war irgendwann in grauer Vorzeit auch mal Hauptstadt Griechenlands. Aufgrund der Lage der attraktiven Klettergebiete ist eine Station in Ermioni ebenfalls sinnvoll.
In beiden Orten gibt es Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen. Natürlich gibt es in kleineren Orten ebenfalls Möglichkeiten. Wir bevorzugen es, Einkaufsmöglichkeiten und Restaurants in fußläufiger Entfernung zu haben und das bieten Nafplio und Ermioni. Und baden kann man dort auch.
In Nafplio waren wir jeweils im November und die Stadt war gleichzeitig ausreichend relaxt und angebotsreich. Auch wenn einige Restaurants vielleicht gerade Urlaub machen oder ihre Öffnungszeiten reduziert haben, es gibt genug Auswahl, sich durch griechische Köstlichkeiten durchzuschlemmen.
Und zu den Köstlichkeiten gehören eindeutig auch die süßen Teilchen in jeder Geschmacksrichtung, die in den örtlichen Bäckereien zu finden sind.
Mit dem Militärmuseum und der Burg Palmini gibt es neben dem Klettern Möglichkeiten, sich die Zeit zu vertreiben. Auf jeden Fall lohnt es sich, auch einen Reiseführer einzupacken.
Wer andere Bedürfnisse hat, der findet sicherlich ebenfalls etwas Passendes. Sowohl in Nafplio als auch im ländlichen Raum zwischen Mandarinenplantagen, sind viele Ferienwohnungen zu finden.


Ermioni hat quasi eine Nord- und eine Südseite und ist für seine Granatäpfel bekannt. Das letzte Wochenende im Oktober findet das traditionelle Granatapfelfest statt und man erfährt, was aus dieser Frucht alles hergestellt werden kann. Und ein open-Air-Konzert gibt es dazu.
Auch Ermioni hat ausreichend Infrastruktur (Bäckereien, Supermärkte und Restaurants), um sich dort gut für einige Tage einzurichten. Durch die Ausrichtung findet sich immer ein sonniges oder ein schattiges Plätzchen, ganz nach Bedarf.

Auf der Südseite gibt es mehrere Badestellen, die mit erfrischendem Nass und grandiosen Ausblicken locken.
Klettern auf der Argolis – die Gebiete
Wir haben es bisher nicht geschafft, in allen Gebieten zu klettern. Einige Gebiete sprachen uns einfach nicht an. Entweder erschienen sie uns aufgrund der Papierlage nicht attraktiv oder sie passten nicht zu unseren Vorstellungen über eine komfortable Anreise.
Es versteht sich von selbst, dass diese Gebiete trotzdem großartige Kletterei im Angebot haben können. Ein jeder mag es selbst erkunden und für sich beurteilen.
Aber nun zu den Klettergebieten:
Klettern in Nafplio
Mit Nafplio aus Ausgangspunkt bieten sich mehrere Sektoren zum Klettern auf der Argolis an.

Als wir im November 2019 dort waren, war das Gebiet „Promenade“ gesperrt. Nicht nur fürs Klettern, auch der Spazierganz um die Landspitze war verboten. Kurz zuvor gab es einen Felssturz …
Dafür waren wir in „Palamidi“, in „Katakrimeni“ und in „Anatoli“ klettern. Anatoli ist für mich rund um Nafplio das schönste Klettergebiet. Das führte dazu, dass wir mehrmals dort waren und praktisch alle Routen geklettert sind.
Einen Kletterführer ersetzen meine Ausführungen nicht. Neben ihrer ganz praktischen Seite als Unterstützungsmittel vor Ort machen sie sich übrigens im Bücherregal ganz wunderbar.
Klettern in Anatoli
Viele schöne Routen und ein toller Meerblick locken hier. Der Zustieg ist kurz und nach der Verwunderung über die breite Straße, die dort hinführt, geht es sofort mit bester Kletterei los.
Im Anschluss einfach das Auto herunter rollen lassen und das Badevergnügen anschließen.
Tatsächlich war es bei unserem Besuch das einzige Klettergebiet, wo wir eine andere Seilschaft gesichtet haben.
Ich kann mich an keine gekletterte Route erinnern, der ich nicht ein bis drei Sterne gegeben hätte. Die gute Absicherung lädt zum Klettern an der Leistungsgrenze ein.

Klettern in Katakrimeni
Wer weiß, wo er suchen muss, kann von Anatoli aus die Felsen von Katakrimeni sehen und gleich kommt Vorfreude auf.
Beim Parken auf die herumlaufenden Ziegen achten und schauen, mit dem Auto den Bauern nicht zu behindern. Die Felsen sind nun zu sehen und keine Minute später ist der Felsfuß bereits erreicht.
Die Routen haben einen ganz anderen, teils leicht alpinen, Charakter und laden auf jeden Fall zu einem ausgefüllten Klettertag ein.
Gerade im Sektor Chappel finden sich viele leichtere Routen, doch auch in den anderen, ist etwas für die Freunde der gemäßigten Graden zu finden.
Sektor Chappel
Sektor Go
Klettern in Palamidi
Klettern in Palamidi lässt sich, ohne wieder ins Auto zu steigen, mit Baden verbinden. Also aufgepasst, Badesachen nicht vergessen.
Die markanten Felsen vom Sektor Neraki Bay tauchen nach gut 20 Minuten Zustieg vor uns auf. Wer direkt in Nafplio wohnt, kann zu Fuß anreisen, muss dann aber die Zeit zum Parkplatz hinzurechnen.
Dieses Gebiet ist für uns Kletterer der gemäßigten Grade bis 6a+ mit einer überschaubaren Auswahl gesegnet. Uns hatte der Bericht von Freunden hiergelockt und vor allem die Aussicht, nach dem Klettern direkt ins Meer zu fallen.
Vermutlich sind wir nicht die ersten, den diese Kombination gereizt hat, denn die leichteren Routen wiesen ordentlich Gebrauchsspuren auf.
Für einen Klettertag hatten wir dort Spaß, doch bei einem nächsten Kletterbesuch auf der Argolis würde ich dieses Gebiet aussparen.
Ein Highlight waren die Schildkröten, die sich an uns Kletterer beim Zustieg nicht störten.

Für Palamidi, hier waren wir im Sektor Neraki Bay, hingegen kann ich für Freunde der gemäßigten Grade bis 6a+ keine Empfehlung aussprechen.
Klettern in Katafiki
Das zweite Gebiet auf der Argolis, in dem wir mehrere Sektoren erkundet haben, ist Katafiki. Wenn man von Nafplio aus anreist, ist einiges an Kurverei erforderlich, doch die gefahrenen Kilometer lohnen sich. Bei einem späteren Aufenthalt haben wir uns deshalb einfach für ein paar Tage in Ermioni eingebucht, von da aus ist das Klettern in Katafiki gleich um die Ecke.
Nach einem kurzen Zustieg warten 74 Routen darauf, angegriffen zu werden. Schattenkletterei ist hier ebenfalls möglich, denn ab 11 Uhr liegen die meisten Sektoren im Schatten. Katafiki bietet Kletterei bis 6a+ für mehrere Tage.
Mittlerweile hat das ganz agile Team um Climbing Ermionida sowohl die Infrastruktur an den Felsen verbessert, es gibt jetzt beispielsweise Bänke und viele neue Routennamensschilder, als auch einige gut gesicherte Mehrseillängenrouten eröffnet. Die Maia sind wir geklettert und ich freue mich schon auf die nächste Tour.
Und wer gerne Fotomodel spielt, ist hier am richtigen Ort. Einige Wanderungen finden sich in diesem Bereich der Halbinsel und ich bin immer wieder verwundert, wie sich wildfremde Menschen erdreisten können, einfach den Fotoapparat oder das Smartphone zu zücken, um uns Kletterer bei unserer liebsten Passion abzulichten.
Falls einer, der das gerne macht, meinen Text gerade liest:
Ich kenne niemanden, der gerne ungefragt von fremden Menschen fotografiert wird. Frage dich selbst, ob du das gerne möchtest.
Und da ich nicht für alle sprechen kann, noch einmal ganz konkret:
Solltest du mich irgendwo sehen und das Bedürfnis verspüren, den Moment festzuhalten, dann frage mich vorher, ob ich fotografiert werden will. Die Betonung liegt auf VORHER.
Vermutlich wird meine Antwort an fremde Personen sein: Nein, ich will nicht fotografiert werden, doch vielleicht hilft höfliches Fragen und auch eine kurze Aussage dazu, was du damit machen willst.
Im Sektor Welcome kletterte ich gerade eine anspruchsvolle Passage, da hörte ich sich nähernde Menschen und dann ging es ganz schnell.
„Oh, schaut mal, da sind Kletterer!“
„Das muss ich unbedingt fotografieren.“
„Ja, das macht sich total gut.“
Das war der Moment, an dem ich mich mal wieder ärgerte, nicht einen Fotoapparat um den Hals hängen zu haben. Ich habe es mir fest vorgenommen, beim nächsten Mal drehe ich mich um und knipse zurück.
Der schöne Fels hat mich versöhnt und wir verbrachten auch hier einen tollen Klettertag.
Sektor Welcome
Sektor Heroes
Besonders viele Sternchen sind in unserem Kletterführer bei den folgenden Routen vermerkt.
Sektor Bigwall
Klettern in Didimon

Auf unserer zweiten Argolisreise lernten wir den Kopf hinter @Climbing Ermionida (Instagram) persönlich kennen. Sympathisch und hilfreich, so kann man es wohl am Besten zusammenfassen. Wir bekamen noch einige Hinweise zu den Mehrseillängen in Katafiki (die Maia sind wir geklettert).
Er erklärte uns weiter, dass die Felsen von Didimon eine tolle Aussicht böten, jedoch nicht dem Sicherungsstandard von Katafiki entsprächen. Kurz gesagt, es gäbe dort deutlich weitere Hakenabstände. Wir lachten, da wir bereits gesehen hatten, dass dort ein norddeutscher Erschließer, der Hans Wenninger, sehr fleißig gewesen ist. Wir informierten unser Gegenüber, das wir aus dem gleichen Heimatgebiet wie Hans kämen und uns deswegen so schnell nichts schocken könnte.
So war es dann auch bei unserem zweiten Besuch von Didimon. Der Ausblick ist grandios und ja, die Hakenabstände sind weiter als bei den anderen besuchten Gebieten. Sie sind aber trotzdem so gesetzt, das keine zusätzliche mobilen Sicherungsmittel benötigt werden.
Die Anfahrt ist etwas länger, aber allein die schmale Panoramastraße ist schon ein kleines Abenteuer und einen Ausflug wert. Wir waren sicherlich nicht das letzte Mal dort.

Dimidon – unser erster Versuch
An einem Pausentag, den wir wettertechnisch so gewählt hatten, dass eh nicht sicher war, ob wir trockenen Fußes an den Fels kommen, wollten wir uns das Gebiet Didimon anschauen.
Das Angebot an Routen sah attraktiv aus und auch die Anfahrtsbeschreibung las sich verlockend. Für die Anreise solle der Panoramastraße für 10 Kilometer gefolgt werden und das Klettern findet dann auf rund 1.100 Meter Höhe statt.
Was für ein Panorama wird sich uns bieten?
Wir fuhren los und freuten uns daran, dass es trocken blieb. Ob der zu erreichenden Höhe hatten wir uns etwas dicker angezogen und auch die Regenjacken ins Auto geworfen – wir wollen vorbereitet sein.
Die Einfahrt auf die Panoramastraße fanden wir schnell. Uns war schon lange kein Auto mehr entgegengekommen und darüber waren wir genauso schnell sehr froh, war doch die Straße eher für ein als für zwei Autos ausgelegt.
Irgendwie hatten wir bei Panoramastraße etwas anderes erwartet. Fahren ging grundsätzlich gut, doch um so länger wir auf der Straße fuhren, desto langsamer wurden wir. Auf der einen Seite befanden sich Felsen, auf der anderen Seite ging es, so glaubten wir, tief, sehr tief hinunter.

Glaubten wir? Ja, entweder fuhren wir gerade durch die Wolken oder durch ein Nebelfeld. Egal, das Ergebnis war das gleiche – wir konnten nicht viel von unserem Umfeld sehen. Auch das hatten wir uns irgendwie auf einer Panoramastraße anders vorgestellt.
Wir fuhren tapfer weiter und die Schlaglöcher wurden größer, wir wichen gekonnt und immer langsamer fahrend aus. Mit jedem Meter, den wir an Höhe gewannen, wurde die Suppe um uns herum dichter. Was wir noch einmal in langsameres Fahren umsetzten, um auch ja die Kurven rechtzeitig wahrzunehmen.
Obwohl uns klar war, wir werden an den Felsen eh nichts erkennen, wollten wir nun da hoch, das hatte sich verselbständigt.
Didimon – die Felsen sind verschwunden
Ich weiß nicht, wie viele von den 10 Kilometern wir hinter uns hatten, doch sicherlich waren wir im letzten Drittel, da war es klar, wir kommen hier nicht weiter. Gerade da tat sich so etwas wie eine Einbuchtung auf und wir parkten das Auto und stiegen aus.

Der Fels um uns herum, nicht die Kletterfelsen, wirkte sehr kompakt.
Da wir kaum die Hand vor Augen sehen konnten nahmen wir uns vor, es beim nächsten Argolis-Urlaub wieder in Didimon zu versuchen.
Klettern auf der Argolis – Fazit
Ein ideales Herbstziel, wenn gemütliche Kletterei mit kurzen Zustiegen, leckeres Essen in Tavernen und Baden das Begehr ist.
Mittlerweile waren wir drei Mal zum Klettern auf der Argolis und sicherlich kommen wir wieder!
Ideal ist es, den Standort zwischendurch zu wechseln. Beispielsweise kann man für die südlichen Sektoren in Ermioni und für die nördlicheren in Nafplio wohnen. Auch kann noch ein Klettertag in Frygani eingelegt werden, was auf dem Weg zum Kanal von Korinth liegt und mit seinem Kalkkongomerat ein wahres Kletterfest ist.
Neben seinem famosen Kletterangebot bestechen die Felsen der Argolis durch ihre Unberührtheit. Fast überall begrüßte uns scharfkantiger Fels und erst bei unserem dritten Aufenthalt sahen wir mehr als einmal andere Kletterer am Felsen. Und trotzdem viele freie Routen.
Hardfacts für eilige Leser
Rahmendaten: Klettern auf der Argolis lockt mit einer Vielzahl an Routen bis 6a+, doch auch ambitioniertere Kletterer werden sicherlich ihren Spaß in einer der über 500 Routen haben.
Kletterführer: Der Argolis-Kletterführer von Hans und Jeanette Weninger aus dem Geoquest Verlag ist die Lektüre der Wahl. Es lassen sich nicht nur alle Routen damit eindeutig identifizieren, auch die Zufahrten und –stiege sind super beschrieben. Daneben gibt es viele interessante Informationen über die Entstehungsgeschichte des Klettergebiets und über die Region als Ganzes. Eine weitere interessante Informationsquelle ist https://olympusmountaineering.com/ Hier finden sich aktuelle Informationen, Udates zu Klettergebieten sowie Topos für Mehrseillängen. Interessant ist es, beide Kletterführer zu haben, da sie die Routen teils unterschiedlich bewerten.
Anreise: Wer genug Zeit und ein schlaffähiges Gefährt hat, der gebe in sein Navi „Nafplio“ ein. Alle anderen fliegen nach Athen, nehmen dort einen Mietwagen und dann geht es wie oben weiter.
Unterkunft: Ob am Strand oder in der (Klein-)Stadt, auf der Argolis ist alles möglich und die gängigen Buchungsportale bieten ein vielfältiges Angebot.
Meine Empfehlung ist Nafplio oder ein anderer kleinerer Ort mit ausreichender Infrastruktur. Es ist schön, zum Einkaufen oder in die Taverne zu Fuß zu gehen und das Auto wirklich nur dann zu nutzen, wenn die Kletterfelsen oder ein Ausflugsziel angesteuert werden.
Meine zweite Empfehlung ist Ermioni, auch hier ist es schön und es gibt sogar einen Nord- und einen Südhafen, so dass man bei den fußläufig zu erreichenden Tavernen tagsüber zwischen Sonne und Schatte entscheiden kann.
Absicherung: Keile und Friends können getrost zu Hause bleiben, es sei denn, du möchtest unbedingt eine der wenigen cleanen Routen klettern. Die Sportkletterrouten sind gut abgesichert. Laut Autoren sind die Routen meist im unteren Bereich enger gesichert und nach oben wird es luftiger. Das ist uns so nicht aufgefallen, allerdings sind wir norddeutsche Hakenabstände gewöhnt.
Material: Ein 70-Meter-Seil ist sinnvoll und 14 Exen sind ausreichend. Ansonsten Material zum Sichern, Umbauen und Abseilen.
