Klettern in der Verdonschlucht – L’Escalès

Klettern in der Verdonschlucht – L’Escalès

Die Geier kreisen über unseren Köpfen

Klettern in der Verdonschlucht – allein das auszusprechen macht mich atemlos. Keiner kommt zum Sportklettern her, vielmehr ist das Ziel klar: Abseilen, Seil abziehen, tief Luftholen, einbinden und dann klettern. Der Ausstieg ist der Einstieg. Einige Startpunkte sind hängende Stände, manche beginnen unten in der Schlucht, andere auf einer „Stufe“. Doch allen ist gemein, der Ausstieg ist oben – ein Scheitern ist keine Option.

Wobei, der neue auch auf Englisch verfügbare Verdonkletterführer weist für einige Routen „Retreat“-Optionen aus: In einigen Fällen ist eine meist längere Wanderung bis zur Route des Crêtes möglich und von dort geht es zu Fuß oder mittels Daumenkraft zurück zum Auto. In einem Sektor durften wir lesen, sei Schwimmen oder das Kapern eines Tretboots die einzige nicht nach oben gehende „Exit“-Option.

Während des in der Wand seins kreisen die Geier über einem und es kommt mir unweigerlich in den Kopf: Sind sie es gewohnt hier regelmäßig Futternachschub zu finden? Jeder Kletterer sollte sich beim Klettern in der Verdonschlucht 100%ig sicher sein, was er tut.

Wahrscheinlich erklärt das, warum die letzte Seillänge häufig sehr blank poliert ist. Es gibt Seilschaften, die sich dessen nicht sicher sind und trotzdem in der Schlucht klettern wollen. Sie seilen nur die oberste Seillänge ab und nutzen das Seil in der Folge als Toprope.Frankreich Verdon La PaludEs gibt einige wenige Routen, deren Einstieg wandernd erreicht und verlassen werden kann. Auch Sportkletterrouten weist der Kletterführer aus. Für beide Alternativen fährt Kletterer aber nicht nach La Palud – die „echte“ Verdonkletterei, Klettern IN der Verdonschlucht, ist das Begehr und so ist auch für uns L’Escalès das Sehnsuchtsziel in diesem Kletterurlaub.

L'Escalès - ein Sehnsuchtsziel

L‘Escalès ist die Wand, zu der der Kletterführer sagt: „The cliff that made the reputation of the verdon – This cliff is so far unmatched in the rock climbing world: 5 km long and up to 350 m high, of a compact and steep limestone, with easy access (it is rare that one hast o walk more than 15 min to get to the cliff.)“Frankreich Verdonschlucht klettern L'escalesEhrfürchtige Kletterer sind an den Aussichtspunkten in der Nähe der Abseilstellen zu treffen und schnell wird sich über die Erfahrungen mit dem Klettern in der Verdonschlucht ausgetauscht und Tipps weitergegeben.

Doch wie sind wir max. 6b-Sportkletterer eigentlich im Verdon gelandet?

Unsere erste Berührung mit der Verdonschlucht hatten wir 2007. Damals sind wir den Sentier Martel (der mittlerweile in Blanc Martel umbenannt ist) gewandert. Zwischen Planung dieser Reise und tatsächlicher Durchführung sind wir zum Klettern gekommen und wir erfuhren sogleich von erfahrenen Kletterfreunden, in welches Sehnsuchts- und vielleicht auch Ehrfurchtsziel wir da fahren würden. Vor Ort suchten wir dementsprechend interessiert die Wände nach Kletterern ab. Die Kulisse ist bekanntermaßen gigantisch. Ich kann aber nicht ernsthaft behaupten, dass wir seinerzeit einschätzen konnten, was Klettern in der Verdonschlucht bedeutet. Oder vielleicht noch schlimmer: die Frage haben wir uns gar nicht gestellt.

Klettern in der Verdonschlucht - der Einstieg

Unsere Kletterbegeisterung sowie unser Kletterkönnen stiegen mit der Zeit gleichermaßen und so ging es knapp zwei Jahre später in unserem ersten richtigen Kletterurlaub tatsächlich Richtung Verdon. Die andere Seite der Schlucht, Aiguines war unser Ziel. Hier gibt es Sportkletterrouten mit Blick auf den Lac St. Croix. Sicherlich nicht dasselbe, wohl aber ein schöner Anfang. Zu dem Zeitpunkt war uns mittlerweile ein bisschen klar, in welcher illusteren Nachbarschaft wir uns bewegen.Frankreich Aiguines Lac St Croix

Die in der Schlucht vorherrschenden Schwierigkeitsgrade sowie das Thema Mehrseillängen waren für uns ausreichende Gründe, nicht über einen Einstieg in das ECHTE Verdonklettern nachzudenken. Natürlich fuhren wir an einem Pausentag nach La Palud und sogen die Stimmung des Ortes auf. In der Luft schwirrte Chalk und feinster Kalkstaub, die Menschen trugen Klamotten bekannter Klettermarken und insgesamt war es eine entspannte Atmosphäre. Wir fuhren weiter die Route des Crêtes entlang und mit der ersten eigenen Felserfahrung im Gepäck sahen wir die Kletterer in der Verdonschlucht mit ganz anderen, mit ehrfurchtsvollen Augen.

„Was meinst du Achim, werden wir irgendwann so gut klettern können?“

Drei Jahre später sollte es erneut nach Aiguines gehen und mittlerweile trauten wir uns, in den französischsprachigen Kletterführer der Verdonschlucht einen Blick zu werfen. Wir erfreuten wir uns an den tollen Bildern, doch schnell war klar, Klettern in der Verdonschlucht war immer noch kein Thema. Von Mehrseillängen hielten wir nach wie vor Abstand und leichter waren die Routen auch nicht geworden.

An einem Pausentag schauten wir uns wieder La Palud – das verrückte Kletterdorf – an. Und wieder sahen wir überall Menschen mit dreckigen Händen und Chalkflecken auf den Kletterklamotten. Aiguines bietet tolle Sportkletterwände, doch ein Kletterdorfflair ist dort nicht zu verspüren.

Achim, hier zu wohnen hätte auch etwas.“ Auch bei Achim entwickelte der Ort eine magnetische Wirkung.

„Total, aber wir sind Sportkletterer, keine Mehrseillängenkletterer.“

Es folgten weitere Kletterurlaube in Südfrankreich, La Palud blieb ein Grundrauschen im Hintergrund, doch immer landeten wir früher oder später in Buis-les-Baronnies, der Profi spricht liebevoll nur von Buis. Hier ist Wohnen und Klettern mit Blick auf den Rocher St. Julien – dem Hausfels von Buis – inklusive. Er zeigt sich dem Ort in seiner vollen Breitseite, sieht aus wie ein Dinosaurierrücken, mehrere hundert Meter lang und bis circa 120 Meter hoch.

Die Buis zugewandte Nordseite ist mittlerweile mit drei Klettersteigen eingerichtet und auf der abgewandten Südseite sind diverse Kletterrouten zu finden. In der Regel Mehrseillängen, die oben auf den Zacken des Dinosaurierrückens enden. Buis selber scheint komplett auf den St. Julien ausgerichtet zu sein. Jeder Balkon, jede Terrasse hat St. Julien-Blick.

St. Julien - ein weiteres Sehnsuchtsziel

Dieser wunderschöne und allgegenwärtige Felsen teilte das Schicksal der Verdonschlucht und wurde jahrelang klettertechnisch von uns verschmäht.

Doch irgendwann häuften sich Achims Aussagen, wenn wir irgendwo mit obligatorischen St. Julien-Blick herumsaßen, „Maike, ich will auf den Rocher.“ „Coole Idee, aber ungeachtet der Schwierigkeitsgrade müssten wir Mehrseillängentechnik lernen, willst du das?“
„Nö, ich will aber trotzdem auf den St. Julien.“Frankreich Buis les Baronnies St JulienDas Schicksal spielte uns in die Hände als vor einigen Jahren auf der Nordseite Klettersteige eingerichtet wurden. Drei an der Zahl, zwei in der Schwierigkeit „D“ und einer „D+“. Wir sind vorher noch nie in einem gewesen, dachten uns aber als Kletterer und Wanderer sollte das machbar sein und so kompliziert ist das mit dem Klettersteigset nicht. So war es dann auch und wir kamen glücklich beim Gipfelkreuz an. „Endlich sind wir oben auf dem Rocher, bist du jetzt zufrieden, Achim?“ „Das ist schon sehr, sehr schön hier.“

Mehrseillängen - aber wie?

Nach dem Kletterurlaub ist vor dem Kletterurlaub und die nächste Reise nach Buis stand kurz bevor. Je dichter die Abreise kam, desto häufiger wiederholte Achim die Aussage, „Maike, ich will auf den St. Julien!“ „Wir waren doch schon oben.“ „Ich will aber auf den St. Julien klettern.“ „Na gut, aber wie die Mehrseillängentechnik bis dahin lernen?“ Die moderne Welt ermöglicht vieles und so waren die nächsten drei Tage neben Arbeiten und Taschen packen durch Gucken von Youtube-Videos und Nachmachübungen mithilfe einer Leiter geprägt. Es muss für die Nachbarn von gegenüber ein großartiges Bild abgegeben haben wie sie zwei Erwachsene in einer Wohnung in Klettergurten herumlaufen und irgendwelche komischen Dinge mit einer Leiter machen sehen durften. Ich konnte Achim glücklicherweise davon abhalten, den Helm bei der Trockenübung aufzusetzen. Der Kauf zweier Bandschlingen vervollständigte unsere Ausrüstung und mit Hilfe eines weiteren Videos knoteten wir ein weiches Auge hinein.

Bei der Anfahrt ist es mittlerweile ein Wettkampf, wer zuerst einen Blick auf den St. Julien erhascht. „Da ist er“, sagte Achim als erster, „dieses Mal bist du fällig. Wir klettern dich hoch.“

Am nächsten Tag ging es früh los, trotzdem war die von uns gewählte leichte Mehrseillänge bereits belegt. Die Auswahl ist zahlreich und schnell fanden wir einen würdigen Ersatz. Vier Seillängen später war Achim dort, wo er hinwollte: auf dem Dinosaurierrücken des St. Juliens. Der letzte Vorstieg war seiner und ich konnte in der Sicherung, ein „endlich!“ vernehmen als er am letzten Stand ankam. Ich muss sagen, es war ein erhebendes Gefühl neben ihm anzukommen.

Es folgen weitere Aufstiege und das „oben ankommen“ entwickelt seinen ganz eigenen Reiz.

Der Urlaub ging zu Ende und auf der Rückfahrt nach Hannover las Achim seine Mails und irgendein Newsletter informierte ihn, dass es nun einen Verdonkletterführer auf Englisch gäbe. Ist das ein Wink? Klettern in der Verdonschlucht – sollten wir wirklich?

Ich kann mich nicht mehr erinnern, ob Achim den Kletterführer bereits im Auto bestellte, auf jeden Fall zierte er bald unser Regal. Als es das nächste Mal Richtung Provence ging war nicht nur dieser sondern auch jungfräuliche Doppelseile im Gepäck. Wir hatten uns für einige Tage ein Zimmer in einem B&B in La Palud gebucht und verfolgten fast stündlich den Wetterbericht.

Das Wesen der Verdonkletterei, Abseilen, Seil abziehen und hoffentlich hochkommen, flößte mir im gleichen Maße mehr Respekt ein je geringer die km-Zahl nach La Palud wurde. Wir waren mittlerweile einige Mehrseillängen mit dem Einfachseil geklettert, doch immer mit Zustieg zum Wandfuß und der Option, ggf. Abzuseilen und wieder am Einstieg anzukommen. Und immer mit Seillängen bis maximaler Schwierigkeit 6a+, die kann ich in der Regel noch gut nachsteigen. Meist aber leichter, damit wir in Wechselführung gehen können.

Während der Anreise trafen wir einige Kilometer vor La Palud auf einen Krankenwagen. Dieser stand neben einem liegenden Motorrad. In La Palud angekommen hörten wir immer wieder das tatütata von Polizei und Krankenwagen und wir fragten uns, ob Motorradfahrer oder Kletterer angesteuert werden … Ich glaube, so genau wollten wir es nicht wissen. Erst am Ende unseres Urlaubes erzählte uns unsere Vermieterin, dass regelmäßig Kletterer bei Einbruch der Dunkelheit aus der Wand geholt werden müssen.

Frankreich Verdon Klettern 4+ Achim BrixendorfKletterführer lassen sich gerne und oft wälzen. Vor dem Einstieg in eine echte Verdon-Mehrseillänge sollten die neuen Doppelseile ausprobiert werden. Ein Sportklettergebiet in der Nähe von La Palud bot sich an. Achim stieg vor, sicherte mich mit dem Tube nach, durchfädeln, Knoten ins Seil und abseilen. Abziehen und die gleiche Übung noch einmal für mich. „Maike, bist du bereit?“ „Es hat alles geklappt, ich fühle mich bereit für mehr!“

Eine 150 m 4b Kletterei mit Wanderzustieg zum Einstieg sollte die Generalprobe sein. Bei dieser stellten wir fest, Nachsichern mit Tube und Doppelseilen ist irgendwie nicht ideal. Wir kamen trotz allem oben an und das Abseilen mit den neuen Doppelseilen funktionierte sicher und einwandfrei.

Abseilen, Seil abziehen, tief Luftholen, einbinden und hoch

„Ok, lass uns schauen, was wir morgen angreifen.“ Natürlich zierten bereits einige Klebchen den Kletterführer, wir hatten schon oft hineingeschaut. Nun wurde der Kletterführer wieder gewälzt, L’Escalès entfaltete seine volle magnetische Wirkung und wir wurden fündig: El Gringo Loco, 90 m, 3 Seillängen: 5c, 6a, 6a wurde das Objekt unserer Begierde. „Was meinst du? Können wir uns trotz negativer Tube-Erfahrung wirklich da reinwagen? Meinst du, ich schaffe die beiden 6a-Seillängen?“ „Ach Maike, das hat doch geklappt, was soll schon passieren? Eigentlich steigst du alles nach, was ich vorsteige. Außerdem weist der Kletterführer aus, dass im Notfall durch ein weiteres Abseilen sowie eine längere Wanderung der Rückweg zur Route des Crêtes machbar ist.“

Ich überlegte, ob mich das wirklich überzeugt und da kam mir eine Idee, „lass uns doch Anze anrufen, der hat vielleicht einen Tipp für uns.“ Anze ist erfahrener Alpinkletterer, ausgebildeten Bergführer und dazu ein guter Freund, der uns sicherlich unterstützen wird, wenn er kann. Die Idee fand Achim so gut, dass er direkt zum Handy griff. Bevor Achim „hallo“ sagen konnte, hörten wir eine ängstliche Stimme aus dem Handy, „hängt ihr gerade in der Wand und wisst nicht weiter?“ Lachend konnte Achim Anze beruhigen. Tatsächlich hatte er ein paar hilfreiche Tipps für uns und damit fühlten wir uns für El Gringo Loco gewappnet.

Klettern in der Verdonschlucht - jetzt wird es ernst!

Am nächsten Morgen: Rucksäcke packen, die Schuhe müssen für die Wanderlösung mit, die Abseilstelle suchen – beim Finden fühlte ich mich ehrlicherweise nicht wirklich wohl. Ein Gefühl von Anspannung machte sich in mir breit. Schaffe ich das? Irgendwie wurde mir erst an der Abseilstelle wirklich bewusst, was wir vorhaben. Achim, äußerlich deutlich entspannter, meinte nur, „klar schaffen wir das!“Frankreich Verdonschlucht Klettern L'escales EL Gringo Loco

Um uns herum waren noch keine anderen Kletterer am Einsteigen. Wir hatten die ganze Wand für uns. Achim seilte als erster ab und als ich am Zwischenstand ankam zitterten meine Beine wie eine Nähmaschine. Um uns herum sah ich sich bewegende Schattenwürfe, die sich als kreisende Geier entpuppten. Diese wurden gefühlt minütlich zahlreicher. „Meinst du, die wissen, dass es hier regelmäßig Futternachschub gibt?“ Grinsend und nicht auf meine Frage eingehend zog Achim das Seil ab. Nun war klar, wir müssen da wieder hoch und wir taten alles, um den Herzschlag zu normaliseren. Der Einstieg in unsere Route war schnell gefunden und nun hieß es, einsteigen.

Die erste Seillänge, 30 Meter 5c, stieg ich vor. Die gute Absicherung erleichterte die Routenfindung. Im Kletterflow dachte ich an nichts mehr und war eins mit der Wand. Auch schaffte ich es fast, die mich als Futter betrachtenden Geier zu ignorieren. Ohne ernsthafte Probleme kam ich am ersten Stand an und wurde langsam optimistischer, da 6a nur etwas schwerer sein sollte. Achim kam nach und ging in der nächsten Seillänge, der ersten 6a, in Führung. Sah anstrengender aus, doch bald hörte ich seine vertraute Stimme „Stand“ rufen.

Die Seillänge startete harmlos, wurde aber zusehends anspruchsvoller. Mit ein, zwei Pausen kam ich glücklich bei Achim am Stand an, „wie kommt es, dass der Unterschied zwischen 5c und 6a in der gleichen Wand so groß ist?“

„Ich finde, du hast die Seillänge großartig gemeistert“, sagte Achim und ich ignorierte bei der Aussage gerne, dass er nicht auf meine Frage einging. Das Ankommen am Stand und Achims Bestätigung steigerten meinen Optimismus, nicht nach Hause wandern zu müssen.

Achim stieg die dritte Seillänge, die zweite 6a, wieder vor und die ersten Meter sahen entspannt aus. Der Ausstieg kam für ihn in Sichtweite und nun seilten die ersten anderen Seilschaften neben uns ab. Die eine sah routiniert aus, bei der anderen schienen die Nerven sehr dicht an der Oberfläche zu liegen.

„Stand“ hörte ich Achim rufen und ich meinte, eine gewisse Freude in seiner Stimme zu erkennen. Nun war es soweit, ich bereitete mich auf die letzten 30 Meter unserer ersten echten Verdonkletterei vor. Die ersten 10 Meter ärgerte ich mich, dass wir das nicht in Wechselführung gegangen sind. Der Ärger weilte nur kurz, schnell bin froh, dass das Seil von oben kam. Knapp 10 Meter vor dem Ausstieg sah ich einen kleinen Überhang, dem es zum Ausgleich desgleichen an Griffen und Tritten mangelte.

Der erste Versuch, den Überhang zu überwinden endete hängend im Seil. Ich machte eine Pause und es lief vor meinem inneren Auge ein Film ab, der von einer Wanderung in der Schlucht handelte.

Klettern in der Verdonschlucht - werden wir scheitern?

Es durfte nicht sein, dass wir wegen einer Stelle kurz vor dem Ausstieg abseilen müssten. Auch das ist Klettern in der Verdonschlucht – ich war mir sicher, dass die Geier deutlich dichter kamen und schaute mir alles noch einmal gut an und entdecke einen kleinen Vorsprung, den ich vielleicht als Trittimitat verwenden könnte und auch die Hände fanden auf eine wundersame Weise etwas zum Greifen. Volle Konzentration und der Überhang war geschafft und die Erleichterung gleichermaßen hoch. Achim kommt in meinen Blick und grinste wie das sprichwörtliche Honigkuchenpferd.

Oben angekommen breitete sich eine wohlige stolze Wärme in meinen Körper aus, Glückshormone sind interessante Genossen – es hat geklappt. Klettern in der Verdonschlucht – L’Escalès – we did it! Wir fielen uns in die Arme und „großartig“, „grandios“ und „das hat ganz super geklappt“ erfüllten die Schlucht.

Gerne schaue ich mir die Fotos an. Die Freude, der Stolz sowie die Erleichterung sind uns ins Gesicht geschrieben. Im Vorwege hätte ich nicht gedacht, dass es so aufregend wird. Obenstehend mit Blick auf die Abseilstelle wird einem erst wirklich bewusst, was vor einem liegt. La Palud wird sicherlich fester Bestandteil unserer folgenden Südfrankreichkletterurlaube.

Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

  1. brixi

    super maike
    hoffentlich geht es bald wieder los mit dem klettern.

    1. brixendorf

      Lieben Dank Brixi!
      Das hoffe ich auch – bleib gesund!

  2. Miss Tiger

    Ein toller Beitrag, man fühlt richtig mit. Ich wünsch euch noch ganz viele schöne Kletterabenteuer!
    Liebe Grüße, Sabine / Miss Tiger

    1. brixendorf

      Herzlichen Dank für deine Rückmeldung und die guten Wünsche, liebe Sabine / Miss Tiger.
      Dir auch alles Gute und spannende Erlebnisse!

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