Ist schon beste Kaffee-und-Kuchen-Zeit?

Ist schon beste Kaffee-und-Kuchen-Zeit?

„Man geht nicht nach dem Klettern zum Kaffeetrinken, Kaffeetrinken ist integraler Bestandteil des Kletterns.“, sagte angeblich bereits Wolfgang Güllich – und der sollte es wissen. Und ich gehe noch einen Schritt weiter: Kaffee und Kuchen gehören zum Klettern wie Seil und Gurt.

Frankreich Kaffeebecher mit RauchWer mich beim Klettern erlebt hat, der weiß, dort bin ich nur selten ohne meine mit Kaffee gefüllte schlanke rote Thermoskanne anzutreffen. Kaffee gehört definitiv dazu, gerade im Frühjahr und Herbst, wenn es noch frisch ist am Fels. Wobei, nein eigentlich immer. Als norddeutsches Kind gehört zum Kaffee am Nachmittag definitiv Kuchen. Und wenn ich Kuchen schreibe, meine ich eigentlich Sahnetorte. Und damit sind wir zeitlich nach dem Klettern angekommen oder habt ihr es bereits geschafft, Sahnetorte heil und ansehnlich an den Fels zu bringen?

Klettern und Kaffee-und-Kuchen - es ist immer die beste Zeit

Notfalls nehme ich natürlich Kuchen, der ist einfacher zu transportieren. Speziell dann, wenn er an den Fels gebracht wird. Gerne erinnere ich mich an meine Hamburger Zeit und an einen dortigen studentischen Mitarbeiter Moritz. Er fand meine Erzählungen vom Klettern äußerst spannend und als ich ihm, es war vermutlich Februar/März, erzählte, dass wir über den 1. Mai zum alljährlichen Franken-Anklettern ins Hirschbachtal fahren, wurde er hellhörig. „Meine Familie wohnt da in der Nähe und über den Feiertag fahre ich sie besuchen. Können meine Freundin und ich vorbeikommen und das Klettern ausprobieren?“ „Klar“, meinte ich, „wenn ihr Kaffee und Kuchen mitbringt, seid ihr uns herzlich willkommen.“ Wohlwissend, dass solche Planungen „ich komme in Franken zum Klettern vorbei“ eh nur Lippenbekenntnisse sind.Deutschland Klettern Frankenjura Weiße Wand Route Daniel

Es wurde Ende April und es die Feinplanung mit unseren Pfälzer Kletterfreunden, Nicole und Stefan, stand. Die Zimmer im Hirschen waren gebucht und es sollte am nächsten Tag losgehen. „Maike, wo treffen wir uns?“, sprach mich Moritz im Büro an. Ich hatte das Gespräch längst verdrängt, doch natürlich stand das Angebot und wir verabredeten uns für den 1. Mai an der Weißen Wand im Hirschbachtal. Dies ist ein großer Felsen, der von drei Seiten bekletterbar ist und sowohl für Anfänger als Fortgeschrittene einiges zu bieten hat. 1. Mai und Weiße Wand widersprechen sich eigentlich, da sie aufgrund der Vielzahl der Routen in gemäßigten Graden und einem kinderfreundlichen Wandfuß an Feiertagen magnetische Wirkung auf alle Couleur von Kletterern ausübt.

Unerschrocken haben wir dies einfach durch frühes am Fels sein ausgeglichen. Im Laufe des Vormittages klingelte mein Handy und Moritz war am anderen Ende, „wir sind auf dem Parkplatz. Wie finden wir zum Fels?“ Wieder hatte ich nicht wirklich damit gerechnet. „Cool, das ihr da seid“, erwiderte ich und beschrieb den Zustieg. Mittlerweile hatte sich die Wand gut mit Kletterern, insbesondere Gruppen gefühlt und ich hielt Ausschau nach den beiden.

Frankreich Kaffee und Kuchen Achim BrixendorfWas für ein Bild! Jeder hatte ein Blech mit frisch gebackenen Kuchen in der Hand, der Rucksack war mit Thermoskannen voller heißem Kaffee gefüllt und wir hatten nicht nur Kaffee- und Kuchenzeit am Fels sondern konnten auch viele eifersüchtige Blicke einsammeln. Großartig!! Ich konnte mich an meinen Spruch gar nicht mehr erinnern, wusste aber sofort, dass ich so etwas gesagt haben könnte. Wir haben Moritz und Ilka ordentlich die Wände hochgejagt, viel Kaffee und Kuchen am Fels genossen und sie abends mit Käsespätzle im Hirschen belohnt. Alles in allem ein grandioser Klettertag.

… leider haben wir es damals nicht fotografiert ;-( dafür hier eines von Achim nach einem schönen Klettertag in Buis-les-Baronnies.

Schreibe einen Kommentar