Sympathische Weingüter

Nach dem Klettern noch Wein probieren und für den Abend einkaufen – das klingt für mich nach einem gelungenen Klettertag. Glücklicherweise gibt es in vielen Klettergebieten sympathische Weingüter, deren Besuch einen schönen Kletterurlaub noch genussvoller werden lässt – zumindest für den weintrinkenden Teil der Klettercommunity.

Ja, ich weiß, Kaffee ist integraler Bestandteil des Kletterns und meine Zustimmung habe ich bereits deutlich zum Ausdruck gebracht. Doch für mich widersprechen sich Wein und Kaffee nicht.

Meine Vorliebe für Kletterurlaube in Südfrankreich lässt mich vornehmlich dort sympathische Weingüter kennenlernen. Lange habe ich mich nicht getraut, die auf einem Straßenschild angebrachte Einladung zur Weinprobe – Degustation – anzunehmen. Ich hatte Angst, mein Französisch reicht nicht oder es fällt schnell auf, dass ich keine Weinexpertin bin.

Ich mag einfach leckeren Wein und das ist eigentlich das Wichtigste. Mit dieser Erkenntnis habe ich mich getraut, an die Tür einer Wein-Cave zu klopfen. Die Erfahrung zeigt, Hände und Füße sind eine gute Ergänzung meiner Fremdsprachenkenntnisse und mein Gegenüber sieht das meist genauso.

Viele Weinorte haben einen zentralen Weinverkauf mit der Möglichkeit der Weinverkostung. Dort findet sich meist jemand, der die Weinprobe auf Englisch durchführen kann. Auch an eine, bei manch Kletterer sehr beliebten, Weintankstelle mit großer Menge für kleinen Preis habe ich mich getraut. Es ist ein kleines Event, sich seinen Wein selbst zu zapfen, doch geschmacklich bietet dieser Wein nicht das, was ich von einem Wein erwarte.

Direkt auf dem Weingut ist eine Weinprobe deutlich persönlicher, individueller und wie ich finde, einfach insgesamt schöner. Interessant ist oft die Vielseitigkeit der angebotenen Weine und nicht nur einmal hatten Achim und ich ganz unterschiedliche Favoriten. Im Laufe der Jahre habe ich festgestellt, es gibt echte Unterschiede zwischen den Weingütern – nicht nur bei den Weinen sondern auch im Umgang mit den einkaufswilligen Touristen.

Bei der schieren Angebotsflut an Weingütern macht gerade für mich als Nicht-Weinprofi neben dem individuellen Geschmacksempfinden letzteres den Unterschied. Fühle ich mich herzlich willkommen? Werde ich mit meiner mir eigenen Art und meinen Sprachkenntnissen wertgeschätzt? Das ist es, was für mich ein sympathisches Weingut ausmacht. Der Besuch eines solchen mit Degustation ist für mich ein echtes Highlight meines Kletterurlaubs.

Was ich für ein sympathisches Weingut halte ist naturgemäß meine individuelle Sichtweise, die ich in jeder Vorstellung erläutere. Gemein ist den Weingütern, dass mir ihr Wein schmeckt. Nach und nach werde ich diese Rubrik mit Leben füllen.